Schnäppchen oder nicht? So vergleichst du Preise

Christa zeigt am Küchentisch einen Smartphone-Rabatt von 40 Prozent. Oma Erla schaut skeptisch, während Lisa mit einer Milchtüte im Türrahmen steht.
40 Prozent Rabatt? Klingt verlockend. Oma Erla schaut lieber genauer hin.

👋 Oma Erlas Einstieg

Neulich stand Christa ganz aufgeregt bei mir in der Küche, das Handy in der Hand: „Erla, guck mal! ‚Black-Week-Angebot: minus 40 Prozent!' Diese Kopfhörer für meine Enkelin muss ich sofort bestellen! … Sag mal, was ist eigentlich dieser Black Friday, von dem jetzt alle reden?"

Also habe ich es ihr erklärt: Der „Black Friday" kommt aus Amerika. Dort ist er der Freitag nach dem Erntedankfest und der Startschuss fürs Weihnachtsgeschäft. Inzwischen gibt es ihn auch bei uns: Viele Geschäfte und Online-Shops locken dann mit Rabatten, oft eine ganze Woche lang. Er ist immer Ende November.

„Und deine 40 Prozent", habe ich dann gefragt, „40 Prozent weniger als was denn?" Da war Christa erst einmal still. Zum Glück kam gerade meine Nachbarin Lisa vorbei, um sich Milch für ihren Kaffee zu leihen. Sie warf einen Blick aufs Handy und meinte: „Das schaut ihr euch erst mal in Ruhe an. Ich zeig euch schnell einen Trick, aber nur fünf Minuten, ich muss gleich weiter!"

Was wir dann herausgefunden haben, zeige ich dir heute.

Warum sich Vergleichen vor Rabatt-Aktionen lohnt

Ob Black Friday, Cyber Monday am Montag danach (ein Rabatttag vor allem für Online-Shops) oder Schlussverkauf: Überall leuchten dann rote Prozentzeichen. Viele Angebote sind echt gut, manche aber nur scheinbar. Denn ein Rabatt sagt erst etwas aus, wenn man weiß, was das Produkt normalerweise kostet.

Am besten findest du das in Ruhe heraus, schon ein paar Wochen vorher. Und wie? Genau das war Lisas Trick.

Lisas Trick: die Preisvergleichsseite

„Dafür gibt es Preisvergleichsseiten", erklärte Lisa und tippte schon auf Christas Handy herum. Eine Preisvergleichsseite ist wie ein großer Marktplatz-Zettel: Du tippst ein, was du suchst, und siehst auf einen Blick, welcher Shop es zu welchem Preis anbietet. Bekannte Seiten sind zum Beispiel idealo.de und geizhals.de.

Das Beste daran: Viele dieser Seiten zeigen auch eine Preiskurve. Darauf siehst du, wie sich der Preis in den letzten Wochen und Monaten entwickelt hat. So erkennst du sofort, ob „minus 40 %" wirklich ein Schnäppchen ist.

Übrigens: Preisvergleichsseiten zeigen nicht jeden Shop, und sie verdienen Geld, wenn du über sie einkaufst. Sie sind also eine gute Orientierung, aber kein vollständiger Überblick.

So vergleichst du Preise: Schritt für Schritt

  1. Öffne eine Preisvergleichsseite, zum Beispiel idealo.de, im Internet-Browser deines Handys oder Computers.
  2. Tippe den genauen Namen des Produkts ins Suchfeld. Je genauer, desto besser, also mit Marke und Modell.
  3. Wähle das passende Produkt aus der Liste aus.
  4. Schau dir die Preiskurve an. Wie viel hat das Produkt in den letzten drei Monaten gekostet?
  5. Achte auf die Versandkosten. Viele Seiten zeigen den Preis „inklusive Versand". Das ist der Preis, der wirklich zählt.
  6. Prüfe den Shop, bevor du kaufst. Kennst du ihn nicht, lies vorher meinen Beitrag Ist dieser Online-Shop seriös?.

Der Preiswecker: Lass das Internet für dich aufpassen

Du musst nicht jeden Tag nachschauen. Bei vielen Vergleichsseiten kannst du einen Preiswecker stellen, manchmal heißt er auch „Preisalarm". Lisa hat es Christa gezeigt:

  • Du sagst, welches Produkt du möchtest.
  • Du sagst, wie viel du höchstens zahlen willst.
  • Sinkt der Preis unter diese Grenze, bekommst du eine E-Mail.

„Den stellst du einmal ein, dann passt das Internet für dich auf", sagte Lisa. „So, und jetzt muss ich wirklich los!"

Und weg war sie, mit meiner Milch.

Der Wunschzettel: Erst planen, dann kaufen

Bei Rabatt-Aktionen kauft man schnell Dinge, die man gar nicht braucht, nur weil sie „reduziert" sind. Dagegen hilft ein ganz altmodischer Trick: ein Wunschzettel.

Schreib dir vorher auf, was du wirklich kaufen möchtest, auf Papier oder als Merkliste auf der Vergleichsseite. Bei der nächsten Rabatt-Aktion schaust du dann nur nach diesen Dingen. Alles andere darf ruhig im Laden bleiben.

Gut zu wissen: Wenn ein Shop in Deutschland mit einer Preissenkung wirbt, muss er auch den niedrigsten Preis der letzten 30 Tage angeben. Schau also genau hin, wovon der Rabatt abgezogen wird.

Erlas Fazit

Christa hat ihre Kopfhörer am Ende nicht sofort bestellt. Die Preiskurve zeigte nämlich, dass sie im Sommer schon einmal günstiger waren. Jetzt wartet ihr Preiswecker, und ich bin gespannt, wer zuerst klingelt: der Wecker oder der Weihnachtsmann.

Mein Merksatz für dich: Ein Rabatt ist nur dann ein Rabatt, wenn der Preis vorher auch wirklich höher war.

Wenn du weiterlesen möchtest: Wie du einen Shop prüfst, steht in Ist dieser Online-Shop seriös? und in Der Fakeshop-Finder hilft. Welche Zahlungsart wann passt, erkläre ich in Sicher bezahlen im Netz.