Virenscanner – brauche ich das wirklich?

Ich hatte Felix nur kurz gefragt, ob ich für mein neues Tablet einen Virenscanner brauche. Zehn Minuten später wusste ich alles über Firewalls, Echtzeitschutz und Verschlüsselung, nur meine eigentliche Frage war immer noch nicht beantwortet. „Felix", habe ich schließlich gesagt, „ich will nur wissen: ja oder nein?"

„Man muss nicht alles verstehen, was ein Gerät tut. Man muss nur wissen, was man selbst tun sollte."

Oma Erla

Felix erklärt Oma Erla am Küchentisch auf einem Tablet Begriffe wie Firewall, Echtzeitschutz und Verschlüsselung. Oma Erla schaut interessiert, aber leicht überfordert.
Felix erklärt Oma Erla alles über Virenscanner – obwohl sie eigentlich nur eine einfache Ja-oder-nein-Antwort wollte.

Was ein Virenscanner eigentlich macht

Ein Virenscanner ist ein Programm, das im Hintergrund läuft und Dateien, Downloads und manchmal auch Internetseiten auf Schadsoftware prüft, also auf Programme, die deinem Gerät oder deinen Daten schaden könnten. Früher, bei älteren Versionen von Windows, war ein solches Programm auf dem PC praktisch Pflicht, denn Windows selbst brachte damals keinen brauchbaren eingebauten Schutz mit. Wer keinen zusätzlichen Virenscanner installiert hatte, war einem echten Risiko ausgesetzt.

Das hat sich geändert. Seit Windows 10 ist der Microsoft Defender fest eingebaut, läuft automatisch mit und wird von unabhängigen Testern regelmäßig als solide eingestuft. Deshalb ist die frühere Faustregel „Windows-PC ohne Virenscanner ist fahrlässig" heute nicht mehr uneingeschränkt richtig. Wichtig dafür ist allerdings, dass Windows selbst aktuell gehalten wird (mehr dazu im Beitrag Updates – warum sie so wichtig sind).

Wer sich trotzdem für ein zusätzliches Programm interessiert: Es gibt sowohl kostenlose als auch kostenpflichtige Virenscanner. Kostenlose Programme bieten meist einen soliden Basisschutz, kostenpflichtige Varianten kommen häufig mit Zusatzfunktionen wie einem Passwort-Manager (siehe Beitrag Der Passwort-Manager), einer Kindersicherung oder erweiterten Warnungen vor betrügerischen Internetseiten. Für die meisten Menschen im privaten Alltag ist das aber eher ein Komfort-Extra als eine Notwendigkeit.

Die kurze Antwort vorweg

Es gibt nicht die eine Antwort für alle Geräte. Ob du einen Virenscanner brauchst, hängt davon ab, welches Gerät du nutzt: PC, Tablet oder Smartphone, und welches System darauf läuft (falls unklar: siehe auch Windows, Android oder Apple – die drei großen Systeme kurz erklärt).

Windows-PC

Windows bringt mit dem Microsoft Defender bereits einen eingebauten, kostenlosen Virenschutz mit, der automatisch im Hintergrund läuft. Für die meisten Menschen reicht das völlig aus. Ein zusätzliches Programm ist nicht zwingend nötig, kann aber zusätzliche Funktionen bieten, etwa eine Warnung vor gefährlichen Internetseiten.

Mac

Apple-Computer gelten als grundsätzlich weniger anfällig für klassische Viren. Ein zusätzlicher Virenscanner ist hier in der Regel nicht erforderlich. Wichtiger ist, dass das System regelmäßig aktualisiert wird und man bei Downloads aus unbekannten Quellen vorsichtig bleibt.

Android-Tablet und Android-Smartphone

Wer Apps ausschließlich über den Play Store installiert, ist gut abgesichert, Google prüft die Apps dort selbst. Ein zusätzlicher Virenscanner ist optional, wird aber von manchen als zusätzliche Sicherheitsebene geschätzt, besonders wenn gelegentlich Apps aus anderen Quellen installiert werden.

iPhone und iPad

Bei Apples mobilen Geräten ist das System so stark abgeschottet, dass klassische Virenscanner dort praktisch nicht existieren und auch nicht nötig sind. Apple kontrolliert den App Store sehr streng, das übernimmt einen großen Teil der Schutzfunktion bereits im Vorfeld.

Felix hat am Ende gelacht und gesagt, ich hätte ihn auch gleich einfach fragen können, was er selbst nutzt. Die Antwort: bei seinem Windows-Laptop reicht ihm der eingebaute Schutz völlig, auf seinem iPhone denkt er darüber gar nicht erst nach.

Mehr zum Thema Geräte findest du in dem Themenbereich Geräte verstehen. Falls du gerade erst durch einen verdächtigen Anruf oder ein Pop-up auf dieses Thema gestoßen bist, hilft dir vielleicht auch der Beitrag Betrug im Internet erkennen und sicher reagieren weiter. Und falls ein Begriff noch unklar ist, schau im Glossar nach.