Wem gehören eigentlich die Daten meiner Geräte?
Was der Data Act für Smartwatch, Auto und vernetzten Kühlschrank bedeutet

Neulich hat Otto mir stolz seine neue Smartwatch gezeigt. Sie zählt seine Schritte, misst seinen Puls und merkt sich sogar, wie gut er schläft. „Toll, was die alles über mich weiß“, meinte er und grinste dabei ein bisschen unsicher. Und genau da hat er einen wichtigen Punkt getroffen: Was passiert eigentlich mit all diesen Informationen?
Meiner Nachbarin Christa ging es ähnlich. Auf Anraten ihres Arztes hat sie sich vor Kurzem ein Blutdruckmessgerät mit App zugelegt. Anfangs war sie skeptisch, inzwischen findet sie es praktisch, dass alle Werte automatisch gespeichert werden, ohne dass sie sie von Hand aufschreiben muss. Aber auch sie hat sich gefragt: Wo landen eigentlich all diese Werte?
Meine Geräte sammeln mehr, als ich denke
Ob Smartwatch, Saugroboter, ein Blutdruckmessgerät, das seine Werte automatisch per App überträgt, oder ein modernes Auto, das dank eingebauter Internetverbindung selbst Daten senden kann: Solche Geräte erfassen laufend Daten. Wie oft ich sie nutze, wie ich mich bewege, manchmal sogar, wo ich gerade bin. Früher landeten diese Daten meist beim Hersteller, und ich als Nutzerin hatte kaum Einblick, geschweige denn ein Mitspracherecht.
Was der Data Act daran ändert
Seit September 2025 gilt in der Europäischen Union eine Regel mit einem sperrigen Namen: der Data Act. Dahinter steckt ein einfacher Grundgedanke: Die Daten, die mein Gerät durch meine Nutzung erzeugt, sollen nicht einfach nur dem Hersteller gehören. Ich soll das Recht haben, selbst auf sie zuzugreifen und zu bestimmen, was damit passiert, zum Beispiel, ob ich sie an einen anderen Anbieter weitergeben möchte.
Das gilt schon heute für so gut wie alle vernetzten Geräte, allerdings nur auf dem Umweg über den Hersteller: Bisher muss ich meine Daten aktiv anfragen, etwa über ein Kundenportal im Internet. Künftig, bei neu gekauften Geräten, geht das direkter, wie du gleich siehst.
Wie sieht das im Alltag aus?
Otto schaut ab und zu in die App zu seiner Smartwatch und sieht dort seine Schritte, seinen Puls, sogar wie ruhig er nachts geschlafen hat. Das ist praktisch, zeigt mir aber nur einen Ausschnitt. Ob und was mein Gerät darüber hinaus speichert, weiß ich dadurch noch nicht. Wenn ich das genau wissen möchte, muss ich aktiv beim Hersteller nachfragen, etwa über ein Online-Kundenkonto, und mich dort selbst um den vollständigen Überblick kümmern.
Was sich für neu gekaufte Geräte ändert
Hier kommt eine kleine, aber schöne Neuerung: Seit dem 12. September 2026 müssen neu verkaufte vernetzte Geräte von Anfang an so gebaut sein, dass ich direkt vom Gerät aus auf meine Daten zugreifen kann, ganz ohne Umweg über den Hersteller. Diese Regel gilt für Geräte, die ab diesem Datum neu auf den Markt kommen.
Für Ottos Smartwatch und Christas Blutdruckmessgerät, die beide schon in Gebrauch sind, ändert sich dadurch erst einmal nichts. Aber falls sich die beiden demnächst ein neues Gerät zulegen, zum Beispiel einen Saugroboter, dürfen sie sich freuen: Solche Geräte werden von Anfang an mit einem leichteren Datenzugang ausgestattet sein.
Warum mich das überhaupt interessieren sollte
Vielleicht denkst du jetzt, das sei doch eher etwas für Fachleute. Ich verstehe das, mir ging es anfangs genauso. Aber im Grunde geht es um eine einfache Frage: Wer bestimmt eigentlich über die Informationen, die mein Alltag mit meinen Geräten erzeugt? Und die Antwort darauf lautet inzwischen: in erster Linie ich selbst.
Ich muss deshalb nichts weiter tun oder irgendwo aktiv werden. Es reicht, zu wissen, dass ich dieses Recht habe, falls ich es einmal brauche, etwa wenn ich zu einem anderen Anbieter wechseln möchte, meine bisherigen Daten mitnehmen will oder sie beim alten Anbieter löschen lassen möchte.
Erlas Fazit
Ich muss den Data Act nicht bis ins letzte Detail verstehen. Wichtig ist nur zu wissen: Die Daten meiner Geräte gehören nicht automatisch nur dem Hersteller. Ich darf nachfragen, sie mitnehmen und bei Bedarf auch löschen lassen, ganz wie ich es brauche.
