Christas Rätsel-App, die einfach nicht gehen wollte

👋 Oma Erlas Einstieg
Am Donnerstag stand Christa mit einem Kontoauszug vor meiner Tür. Sie hatte diesen Blick, den ich von ihr kenne, wenn ihr Kuchen nicht aufgegangen ist.
„Erla, die haben schon wieder 4,99 Euro abgebucht. Für meine Rätsel-App. Dabei hab ich die doch längst gelöscht.“
Ich habe erst mal Kaffee aufgesetzt. Bei solchen Sachen hilft das immer.
Christa erzählte mir, wie gründlich sie gewesen war. Im Sommer hatte sie die App ausprobiert, sieben Tage kostenlos. Die Kreuzworträtsel waren hübsch, aber ihr Rätselheft vom Kiosk war ihr dann doch lieber.
Also hat sie die App vom Handy gelöscht. Und weil sie alles richtig machen wollte, hat sie vorher noch ihr Kundenkonto gelöscht. „Ich wollte ja keinen Ärger machen und keine Daten herumliegen lassen“, sagte sie. Seitdem wurde jeden Monat abgebucht, drei Monate lang. Aufgefallen ist es ihr erst beim Sortieren der Kontoauszüge.
Warum das Löschen nicht reicht
Mit genau diesem Thema hatte ich mich kurz vorher beschäftigt. Ich hatte bei den Verbraucherschützern nachgelesen, und die Sache ist eigentlich ganz einfach.
Ein Abo ist ein Vertrag. Du zahlst regelmäßig, jeden Monat oder jedes Jahr, für einen Dienst. Die App auf dem Handy ist nur die Tür zu diesem Dienst. Wenn du die Tür abbaust, ist der Vertrag dahinter trotzdem noch da.
Ich habe es Christa so erklärt: Wenn du deinen Briefkasten abschraubst, ist das Zeitungsabo damit nicht gekündigt. Die Rechnung kommt trotzdem.
Mit dem Kundenkonto ist es genauso. Das Kundenkonto ist dein Zugang, so etwas wie ein Schlüssel. Wer den Schlüssel wegwirft, hat die Wohnung damit nicht gekündigt.
„Und jetzt komme ich nicht mal mehr rein, um zu kündigen“, seufzte Christa. Das klang schlimmer, als es war. Bei ihr lief das Abo nämlich über den App-Laden auf dem Handy. Auf Android-Handys heißt er Play Store, auf dem iPhone App Store. In beiden Läden ist das Abo auch nach dem Löschen der App noch zu finden.
Bitte nicht einfach das Geld zurückholen
Christa hatte schon einen Plan. „Dann sag ich einfach der Bank, sie soll das Geld zurückholen. Die Frau Becker am Schalter ist so nett, die macht das bestimmt.“
Da habe ich sie gebremst. Das Geld wird per Lastschrift abgebucht. Das heißt: Die Firma holt sich das Geld selbst von deinem Konto, weil du ihr das einmal erlaubt hast.
Wenn du die Lastschrift einfach zurückgehen lässt oder die Erlaubnis bei der Bank widerrufst, ist der Vertrag damit nicht beendet. Dasselbe gilt, wenn du deine Kreditkarte sperren lässt. Die Firma wartet dann weiter auf ihr Geld. Im ungünstigen Fall kommen Mahnungen, und die kosten zusätzlich.
Erst wird also gekündigt. Danach sieht man weiter.
So kündigst du ein Abo richtig
Zuerst musst du herausfinden, wo du das Abo abgeschlossen hast. Es gibt zwei Wege. Viele Abos für Apps laufen über den App-Laden auf deinem Handy, also den Play Store oder den App Store. Andere hast du direkt auf der Internetseite des Anbieters abgeschlossen. Gekündigt wird dort, wo du abgeschlossen hast.
- Android-Handy: Öffne den Play Store. Tippe oben rechts auf dein Profilbild, dann auf „Zahlungen und Abos“ und danach auf „Abos“. Dort siehst du alle laufenden Abos und kannst jedes einzeln kündigen.
- iPhone: Öffne die Einstellungen. Tippe ganz oben auf deinen Namen und dann auf „Abonnements“. Auch hier findest du die Liste und kannst jedes Abo einzeln kündigen.
- Internetseite des Anbieters: Such dort nach dem Kündigungsknopf. Seit 2022 muss jede Firma, bei der man online einen Vertrag abschließen kann, so einen Knopf gut sichtbar anbieten. Er heißt zum Beispiel „Verträge hier kündigen“. Oft steht er ganz unten auf der Seite.
- Bestätigung aufheben: Nach der Kündigung bekommst du normalerweise eine E-Mail mit einer Bestätigung. Die hebst du gut auf. Ich mache zusätzlich ein Bildschirmfoto von der Seite, das nennt man Screenshot.
Bei Christa hat es zwei Minuten gedauert. Wir haben im Play Store nachgesehen, und da stand die Rätsel-App, brav und noch aktiv. Ein Tipp auf „Abo kündigen“, und kurz danach kam die E-Mail. Christa hat sie ausgedruckt. Sicher ist sicher, sagt sie.
Die drei Monate hat sie abgeschrieben. Der Vertrag lief ja wirklich, die Abbuchungen waren also nicht falsch. Ärgerlich war es trotzdem.
Wenn trotzdem weiter abgebucht wird
Manchmal kommt nach der Kündigung noch eine Abbuchung. Dann ist der erste Weg der zum Anbieter, nicht zur Bank. Schreib ihm eine E-Mail mit dem Datum deiner Kündigung und häng die Bestätigung an.
Ist die Abbuchung wirklich falsch, etwa weil du nachweislich gekündigt hast, dann frag bei deiner Bank nach. Eine Lastschrift kannst du innerhalb von acht Wochen zurückholen lassen. Gleichzeitig schreibst du der Firma, warum die Forderung nicht stimmt. Nenn den Grund genau und leg deine Nachweise bei.
Es gibt übrigens auch Dienste im Internet, die das Kündigen für dich erledigen. Die kosten aber meistens eine Gebühr. Dann zahlst du Geld dafür, kein Geld mehr zu zahlen. Ich mache das lieber selbst, es dauert ja nur ein paar Minuten.
Oma Erlas Gedanke zum Schluss
Christa hat sich Tipp Nummer zwei gleich zu Herzen genommen. Am Ersten jedes Monats schaut sie jetzt in ihre Abo-Liste. Meistens ist sie leer, und darauf ist sie richtig stolz.
Eine App zu löschen ist leicht. Ein Abo zu kündigen ist kaum schwerer, wenn man weiß, wo der Knopf sitzt. Und jetzt weißt du es.
